Weiter gehts! In Folge 19 reden wir über ein Thema, um das man am Hochzeitstag nicht herum kommt: Hochzeitsbrauch und Traditionen. Was steckt dahinter und wie setzt man sie ein?
In dieser Podcast-Folge stellen wir einige von ihnen vor und könnten vermutlich noch drei weitere Folgen damit füllen.
Im ersten Teil reden wir über das Baumstammsägen, das Brautstraußwerfen, den Brauch des Kränzens und einiges mehr. Nebenbei bekommt ihr auch noch Inspirationen zum Brauch „Etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes und etwas Blaues.“
Ach ja und weil das Alles noch nicht genug ist, verraten wir euch, wo ihr sagenhaft schöne Strumfbänder herbekommt.

Vorweg: Für alle „Bräuche“ und Traditionen gilt: Nur weil man das „ja schon immer so gemacht hat“, bedeutet das nicht, dass ihr alles mitmachen müsst. Ihr habt keine Lust auf Baumstammsägen? – Geht einfach drumrum und lächelt. Ihr möchtet euch nicht vom Brautstrauß trennen? – Dann findet eine Alternative oder verzichtet einfach auf das Brautstraußwerfen.
Es gilt immer noch, EURE Hochzeit zu feiern!

Hochzeitsbrauch 1: Das Baumstammsägen

Hochzeitsbrauch Hochzeitsbräuche Baumstammsägen Spreewald HochzeitsfotografSchweinsrücken oder Bügelsäge. Egal wie man sie nennt, die Säge ist wichtiger Bestandteil für einen Klassiker unter den Hochzeitstraditionen: dem Baumstammsägen nach der Trauung.

Das Brautpaar muss beweisen, dass es gut als Team zusammen arbeiten kann, geduldig ist und gemeinsam ein Ziel verfolgt. Natürlich steht diese Tradition symbolisch für das Eheleben. Weil dieses nicht immer einfach ist und wahrscheinlich auch zur Belustigung der Gäste, kommt es ab und an vor, dass die Säge nicht sonderlich scharf ist.
Das verlängert den Prozess und bringt (bis zu einem gewissen Grad auch) Stimmung mit sich. Um die Aufgabe schnell zu lösen, müssen beide dem Partner Raum lassen und sich darauf konzentrieren, die Säge nur zu ziehen und nicht hinterher zu schieben. Dann bleibt die Säge gerade und kann am besten arbeiten.
Ein weiterer Tipp: Wenn ihr im Sommer heiratet, bedenkt, dass es wirklich warm werden kann. Verlagert das Baumstammsägen dann eher in den Schatten und/oder hofft auf einen dünneren Stamm.

Hochzeitsbrauch 2: Herzauschneiden

Nach dem Baumstammsägen folgt oft das Zerschneiden eines Herzens, das auf einem großen Tuch oder Bettlaken aufgemalt ist. Es soll auch die erste Aufgabe für das frisch gebackene Ehepaar sein und ist im Vergleich zum Sägen eine einfachere Aufgabe für das Paar. Manchmal erhält das Paar jedoch stumpfe oder kleine Nagelscheren, damit die Aufgabe erschwert wird.

Die Symbolik und Ähnlichkeiten zum Baumstammsägen sind leicht erkennbar, daher kann man auch darauf verzichten, beide Spiele zu spielen – wenn man Einfluss darauf hat 😉

Meistens wird ein Bettlaken bemalt oder bedruckt. Ansonsten gibt es auch bereits fertige Bettlaken zu kaufen*.

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Hochzeitsbrauch 3: Reisstreuen (oder das Pusten von Seifenblasen)

Kindersegen bekommt das Paar durch Reis, der auf das Paar geworfen wird, sobald sie gemeinsam den Trausaal verlassen. Es ist eine Tradition, die leicht umzusetzen ist und auch auf Fotos schön wirkt. Beim Werfen sollte darauf geachtet werden, dass der Reis von oben herunter fällt und nicht in einem schlechten Winkel ins Gesicht trifft.

Allerdings sind Blütenblätter oder Seifenblasen moderne und häufig auch besseren Vertreter dieser Tradition. Besonders bei Kindern sind Seifenblasen sehr beliebt. Hierbei sind Seifenblasenpistolen (am besten ohne Soundeffekte) sehr empfehlenswert, weil so ohne große Anstrengungen immer jede Menge Seifenblasen in der Luft sind.
Wie zum Beispiel HIER*.

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Hochzeitsbrauch 4: Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues

Das Outfit der Braut spiegelt meist auch folgende Traditionen wieder:Hochzeitsbrauch Hochzeitsbräuche Strumpfband Wurlawy Spreewald Hochzeitsfotograf
„Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues“ soll sie für die nötige Portion Glück tragen.

Blau passt jedoch selten zum klassischen Hochzeitsoutfit, weshalb es häufig im Strumpfband zu finden ist. Eigentlich brauchen Bräute Strumpfbänder nämlich nicht mehr, weil selbst halterlose Strümpfe nicht mehr rutschen. Dennoch verzichten die wenigsten Bräute auf sie. Es gehört eben irgendwie dazu und kann später am Abend noch für die Programmgestaltung (Stichwort: Strumpfbandversteigerung) genutzt werden.

Der Spreewald ist ja bekannt für den Blaudruck. Und Modedesignerin Sarah Gwiszcz bietet mit ihrem Label WURLAWY unglaublich schöne Strumpfbänder mit eben diesem Blaudruck an. Eine sehr gelungene Kombination aus Tradition und Moderne, wie wir finden.

Hochzeitsbrauch 5: Das Brautstraußwerfen

Am Abend, wenn die Partystimmung auf der Hochzeit erreich ist, kommt es recht oft zum Brautstraußwerfen.

Heiratswillige Frauen stellen sich alle auf und die Braut wirft ihren Brautstrauß in die Menge. Diejenige, die den Strauß fängt, darf als nächste heiraten, so sagt es die Tradition. Oft sind die Teilnehmerinnen mit viel Ehrgeiz dabei, weshalb es manchmal auch zu Gerangel beim Fangen kommen kann.

Möchte die Braut ihren Strauß nicht hergeben, kann sie beim Floristen vorab bereits einen kleineren Wurfstrauß bestellen, der dem eigentlichen Brautstrauß ähnelt. Oder man bedient sich am Wortspiel und kauft ein Kuscheltier* vom Vogel Strauß, befestigt einen kleinen Schleier* am Kopf und wirft diesen in die Menge.

Wie man sich auch entscheidet, stellt diese Tradition ein Highlight des Hochzeitsabends dar. Es gibt aber auch Möglichkeiten, diese Tradition etwas anders zu gestalten: Nicht die heiratswilligen Frauen sondern die Männer dürfen den Strauß fangen. Oder es werden am Brautstrauß für jede Teilnehmerin Schleifenbänder befestigt, aber nur eines davon wird auch fest verknotet.
Die Frauen tanzen zu einem Lied um die Braut und ihren Strauß herum und halten ihr Schleifenband. Sobald das Lied gestoppt wird, ziehen alle gleichzeitig an den Schleifenbändern und diejenige, die das angeknotete Schleifenband hat, gewinnt auch den Strauß. Das ist eine sehr schöne Interpretation dieser Tradition, die wir gerne öfter sehen wollen.

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Hochzeitsbrauch 6: Das Kränzen

Vor der Hochzeit ist es in einigen Teilen Deutschlands Tradition, dass die Nachbarschaft einen Türkranz aus Tannengrün mit weißen oder roten Blüten anfertigt. Der wird dann an die Tür des Brautpaares befestigt und sie bedanken sich mit einem Umtrunk. Der Türkranz zeigt nicht nur deutlich, wo bald geheiratet wird, sondern ist auch ein Symbol für Glück und diese Tradition wird gerne auch zu großen Hochzeitsjubiläen weitergeführt. Es ist eine schöne Möglichkeit, dass sich Freunde und Nachbarn in die Hochzeit einbringen können, auch wenn sie vielleicht nicht bei der eigentlichen Hochzeit dabei sein können.

Hochzeitsbrauch 7: Der Polterabend

Hochzeitsbrauch Hochzeitsbräuche Polterabend Poltern Spreewald HochzeitsfotografViel bekannter als das Kränzen ist der Polterabend. Eine große Party, die einige Tage vor der Hochzeit in großer Runde gefeiert

wird. Familie, Freunde und Bekannte werden zur Party eingeladen und diese bringen Porzellan und Glas mit, das mit voller Freude an einer bestimmten Stelle auf den Boden geworfen wird.

Nach dem Motto „Scherben bringen Glück“ soll sich ein möglichst großer Scherbenhaufen ansammeln und das laute Poltern soll zudem noch die bösen Geister vertreiben. Manchmal bringen Gäste auch alte Toiletten mit, um den Spaß auf die Spitze zu treiben. Was nicht erlaubt ist, sind Spiegel, denn diese Scherben bringen bekanntlich Pech.

Bis 24 Uhr muss das Paar den Scherbenhaufen zusammen geräumt haben. Auch das soll zeigen, dass sich das Paar unterstützt und gemeinsame Aufgaben leicht bewältigt. Der Polterabend steht für den symbolischen Übergang von Junggesellen zum (zukünftigen) Brautpaar.

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Spreehochzeit-Podcast
Der Hochzeits-Podcast direkt aus dem Spreewald mit Julia und Raphael

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